Mittags ein kleiner Einstein (EduLetter Nr. 25)
Immer mittags ist es gar keine besondere Kunst, ein kleiner Einstein zu sein. Albert Einstein war nämlich ein überzeugtes Mittagsschläfer - übrigens ebenso wie viele andere erfolgreiche und produktive Menschen wie beispielsweise Johann Wolfgang von Goethe, Leonardo da Vinci, Thomas Mann, Winston Churchill, Konrad Adenauer, Margret Thatcher und Bill Clinton.
Das Nickerchen zur Mittagszeit entspricht unserem natürlichen Bedürfnis und unserer inneren Uhr. Dies belegen auch immer wieder eindrucksvoll Statistiken und wissenschaftliche Studien:
Am frühen Nachmittag passieren mehr Verkehrs- und Arbeitsunfälle als zu anderen Zeiten.
Ein NASA-Experiment ergab: Ein Mittagsschläfchen steigert die Reaktionsschnelligkeit um 16 Prozent und verringert die Aufmerksamkeitsausfälle um 34 Prozent.
Eine andere Untersuchung der NASA, in der man herausfinden wollte, wie die teuere Zeit der Astronauten im Weltall optimal genutzt werden kann, kam zum Ergebnis, dass eine Siesta die beste Lösung ist - und nicht etwa Kaffee oder andere Aufputschmittel.
In allen arbeitswissenschaftlichen Untersuchen kommt man zum Resultat: Nach einem Nickerchen reagieren die Versuchspersonen schneller, arbeiten aufmerksamer und konzentrierter und sind besser gelaunt als Kollegen ohne Mittagsschlaf.
Ein Schläfchen zur rechten Zeit ist also keine verlorene Zeit, sondern bringt Energie für den Rest des Tages. Was aber tun, wenn man nicht bei einem fortschrittlichen Arbeitgeber beschäftigt ist, der eine Ruhepause billigt oder gar in Form von Ruheräumen, ergonomischen Bürostühlen oder Isomatten unterstützt?
Hier einige Tipps:
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- Die Mittagsmahlzeit sollte leicht, kohlenhydratreich und fettarm sein.
- 10 bis 30 Minuten Schlaf oder Entspannung sind optimal. Eine längere Zeitspanne ist ungünstig, da man sonst nur schwer wieder auf Touren kommt.
- Vor dem Schlaf können Sie eine Tasse Kaffee trinken. Da das Koffein erst nach etwa 30 Minuten wirkt, stört es nicht beim Einschlafen, hilft aber anschließend den Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen.
- Das Schlafplätzchen: Winston Churchill mochte keine halben Sachen. Deshalb empfahl er, die Kleider auszuziehen und sich ins Bett zu legen. Ersatzweise können Sie einen Ruheraum nutzen, eine Parkbank um die Ecke oder - wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind - Ihr Auto. Auch kann man trainieren, direkt am Schreibtisch auf den Armen zu ruhen. Echte Meisterschläfer schaffen es sogar, im so genannten "Kutschersitz" auf der Toilette einzunicken. Also, mit etwas Phantasie finden auch Sie ein geeignetes Plätzchen.
- Alternativ zum Schlaf eignen sich auch Entspannungsmethoden (autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga usw.) dem körperlichen Bedürfnis nach Ruhe entgegenzukommen, um anschließend wieder fit und leistungsfähig zu sein.
- Falls Sie sich kritischen Blicken ausgesetzt fühlen, können Sie Ihre rückständigen Mitmenschen aufklären, dass Sie gar kein Schläfchen machen, sondern "Powernap" und dass es nach den USA, Kanada und Japan jetzt auch im verschlafenen Deutschland groß im Kommen ist.
Auch wenn wir nicht alles können, was Einstein und Co. konnten oder können - das mit dem Schlaf bekommen wir hin, oder?
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