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Social Entrepreneurship (soziales Unternehmertum)

Soziale Unternehmer sind die Innovatoren für die Gesellschaft mit dem Ziel, einen positiven Wandel einer Gesellschaft herbeizuführen.

Sie lösen Probleme, die von anderer Stelle nicht in Angriff genommen werden. Das betrifft sowohl gesellschaftliche Integration, Menschenrechte, Umweltprobleme, Bildung und Armutsbekämpfung. Sie sind somit das Beste, was Regierungen passieren kann, denn sie kommen mit kreativen, unerwarteten Ideen, können vor Ort schnell reagieren und zeigen Verantwortung im Kleinen. 

Für das soziale Engagement interessieren sich glücklicherweise immer mehr Organisationen und Unternehmen. Der Profitgedanke steht hierbei im Hintergrund, schließt sich aber nicht aus.

Das beweisen die vielen Firmen, die sich beim Mittelstandspreis für soziale Verantwortung des Wirtschaftsministeriums Baden Württemberg und der Caritas schon beworben haben. Sie können die Popularität, die mit solchen Auszeichnungen verbunden ist, gut für ein smartes Marketing nutzen, um sich zu positionieren und Mitstreiter zu finden. Denn wer soziale Verantwortung übernimmt, tut das i.d.R. nicht alleine. Er braucht weitere interessierte Personen zur Mitwirkung sowie finanzielle und materielle Ressourcen.

Beispiele für sozial handelnde Unternehmer

Ein Bericht in ARTE „1.000 kleine Revolutionen“ stellte im Frühjahr 2010 einige dieser engagierten Menschen und Organisationen vor, die die Welt verändern. 

"Produktive" Integration statt Strafvollzug

Wir lernen unter anderem die "Work & Box Company"  kennen, die sich zur Aufgabe gemacht hat, jugendliche Straftäter wieder in die Gesellschaft zu integrieren und auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Die beiden Initiatoren Robert Voss und Werner Makella haben einen völlig anderen Ansatz gewählt als es der Strafvollzug tun kann und sparen dem Staat außerdem noch viel Geld. Ihr Erfolg macht Mut. Nun suchen sie Mitstreiter, die sich aktiv engagieren.

Sag mir, wo Du wohnst. Ich sag Dir, wer Du für mich bist

In Paris kämpft Said Hammouche mit seiner Arbeitsagentur "Mozaik" gegen die Diskriminierung der Einwanderer, die in den Randbezirken von Paris leben und trotz guter Qualifikationen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben aufgrund ihrer vorbelasteten Adresse. Mozaik fordert Unternehmen auf, umzudenken und Vorurteile abzubauen.

Berufswunsch: Drogendealer

Rodrigo Baggio erkannte in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro zwei große Probleme in den Favelas: Die meisten Slum-Kinder geben als Berufswunsch 'Drogenhändler' an, denn die sind reich und haben Macht. Andere Perspektiven fehlen, Schulbildung auch.

Rodrigo gründete das CDI, eine Ausbildungsstätte, die den jungen Menschen Zugang zum Internet ermöglicht und Computerkenntnisse vermittelt. Computer kommen als Spende von Unternehmen. Der Erfolg ist enorm: inzwischen gibt es mehr als 800 Schulen in 11 Ländern, fast eine halbe Million Kinder haben die Kurse besucht und mehr als 1600 sind als Lehrer ausgebildet worden.

Verschenken statt verschrotten

Einen bemerkenswerten Einsatz zeigt auch ein arbeitsloses Ehepaar aus Hamburg, die ausrangierte Computer wieder flott machen und sie kostenlos an Bedürftige abgeben. Als Lager und Werkstatt stellen die Matzens ihre eigene Wohnung zur Verfügung und hoffen nun sehnlichst auf neue Lagerräume und finanzielle Unterstützung.

Den Bericht vom Juli 2010 können Sie auf Brandeins nachlesen.

Wer hilft dabei?

Solche Engagements brauchen oftmals Unterstützung. Die kommt beispielsweise durch Ashoka, einer Gesellschaft, die Bürgern unter die Arme greift, wenn sie selbst auf soziale Missstände reagieren und sie beheben wollen.

Seit 1980 hat Ashoka rund 2.000 Social Entrepreneurs in mehr als 70 Ländern als sogenannte 'Fellows' ausgewählt und gefördert. Manche von ihnen entwickeln ihre Projekte im Laufe der Zeit zu profitablen Unternehmungen, re-investieren ihre Gewinne aber sofort wieder, um das gesellschaftliche Ziel weiter zu verfolgen. Manche bleiben ein Leben lang von Spenden und Zuwendungen abhängig, weil sie in Feldern arbeiten, in denen ihr Werk auf dem freien Markt kein finanzielles Einkommen generiert - z.B. beim Kampf gegen Kinderprostitution oder Ausländerfeindlichkeit.

Unter ashoka.org/mitmachen findet jeder Interessierte mehrere Möglichkeiten zu unterstützen. Angefangen vom Bestellen des Newsletters über das Vorschlagen von Kandidaten bis hin zur aktiven Mitarbeit oder Spende.

Aber auch Professor Klaus Schwab ist seit 1998 in diesem Bereich rührig und gründete zusammen mit seiner Frau Hilde die Schwab Stiftung für Social Entrepreneurship. Die Stiftung zeichnet seit 2005 in mehr als 30 Ländern jährlich sozial handelnde Unternehmer im Wettbewerb "Social Entrepreneur des Jahres“ aus.

Für das Jahr 2010 läuft die Anmeldefrist noch bis 31.08.2010. Kennen Sie einen Social Entrepreneur?
Dann leiten Sie bitte diesen Link weiter http://www.schwabfoundseoy.org/germany.

 

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