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Social Investors: mit Mikrokrediten Hilfe zur Selbsthilfe

Glücklich und stolz: Endlich können die Menschen im Senegal Energie aus dem eigenen Land nutzen und sich eine Existenz aufbauen – frei von SpendenSocial Business als Alternative zur Entwicklungshilfe

Gabriele Schwarz von bonergie hat uns nachfolgenden Bericht geschickt. Bea Brenner hat ihn gleich zum Anlass genommen, sich als Social Investor zu engagieren und auf ihrer Homepage www.mbs-brenner.com mit dem bonergie-Logo ebenfalls für dieses soziale Engagement zu werben.
 

„C’est la revolution“ – das ist die Revolution, sagt Samba Dia, als die erste kleine Solarlampe seine Hütte erhellt. Er wohnt in Mbailadji, einem kleinen Dorf im Senegal nahe der Grenze zu Mali. Hier, wie überall in den Ländern südlich der Sahara wird es ab 18 Uhr schlagartig dunkel. Und eine Stromversorgung  der ländlichen Regionen ist so gut wie nicht vorhanden. Man behilft sich mit Kerosinlampen, die abends mit einem beißenden und giftigen Qualm die kleinen Hütten geringfügig erhellen. „Und dies ist auch noch sehr teuer“, erzählt er uns. Fast 80 Prozent des sowieso schon minimalen Einkommens von ca. 2 Dollar am Tag gibt er

aus für Kerosin, Holzkohle oder Batterien. „Ich oder meine Kinder laufen  mindestens drei Stunden in die nächste Stadt, um das Kerosin zu kaufen und auch, um mein Handy aufzuladen“. Jetzt schaut er stolz auf seine Solarlampe, die er sich mit Hilfe von kleinen monatlichen Raten anschaffen kann und das Beste ist, die hat auch noch einen Adapter für sein Handy. Nach zwei Jahren gehört die Solaranlage ihm und dann hat er keine Kosten mehr für Licht, denn die Sonne schickt keine Rechnung.

„bonergie“ nennt sich das Social Business, das die Münchner Gabriele Schwarz, Michael Appel und Mark Liebke gegründet haben. Und mit der „guten Energie“ meinen sie nicht nur Strom. „Die Menschen, die wir im Senegal kennen gelernt haben, stecken voller Ideen. Viele möchten gerne ein kleines Business starten, um für sich und ihre Familie bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Aber ohne Zugang zu Energie ist das nur schwer möglich“, sagt Gabriele Schwarz. Sie ist seit mehr als 25 Jahren Unternehmerin, und dies mit Leidenschaft, wie sie sagt. Aber es fehlte immer etwas. „Ich wollte mich schon immer sozial engagieren, aber aktiv. Nicht durch Spenden. Ein Wechsel vom Unternehmerdasein in eine gemeinnützige Organisation kam für mich aber auch nicht in Frage“.
Und dann fielen ihr die Bücher von Mohamad Yunus in die Hand. Er bekam für seine Bank, die mit Mikrokrediten an arme Frauen in Bangladesch die Armut deutlich reduziert, 2006 den Friedensnobelpreis. Social Business nennt er diese neue Wirtschaftsform. Mit Hilfe unternehmerischem Handeln ein soziales Problem lösen, ist seine Vision. „Da machte es in mir förmlich Plumps. Unternehmerin sein dürfen und gleichzeitig aktiv ein soziales Problem anzugehen, das war es, wonach ich suchte“, sagt Schwarz.

Und dann ging es schnell. Das Konzept stand in wenigen Wochen. Was braucht man zum Beispiel in Afrika, um selbst aus der Armut herauszukommen?  Man braucht Zugang: zu Energie, Wasser, Bildung und Gesundheit. Die Entscheidung für Solarenergie liegt in Afrika auf der Hand. Jetzt muss man es nur noch schaffen, dass Menschen in Armut sich solche Anlagen auch leisten können und hier ließen sich die Sozialunternehmer von den Mikrokrediten von Mohamad Yunus inspirieren. Mit zehn Solarlampen im Gepäck starteten die drei ihre erste Reise in den Senegal. „Unsere Erwartungen wurden um ein Vielfaches übertroffen“, schwärmt Michael Appel. „Ich nahm an, dass die Menschen dort erwarteten, dass wir ihnen die Anlagen schenken, wie es bei Entwicklungshilfe üblich ist. Unser Konzept des Social Business haben sie jedoch sofort verstanden und ich gewann schnell den Eindruck, dass man an einer Partnerschaft interessiert ist.“ „Die Afrikaner sind voller innovativer Business-Ideen, die sie aber nur umsetzen können, wenn sie Zugang zu Strom haben. Unser dezentraler Ansatz, nämlich kleine Solar Home Systeme für jeden einzelnen Haushalt oder kleines Geschäft, wird sofort als vorteilhaft erkannt“, ergänzt Mark Liebke. Er ist der Techniker und konzipiert mit erfahrenen Solarspezialisten die geeigneten Systeme für Afrika. Beste Qualität, robust und für einen Preis, der es den Menschen möglich macht, durch kleine monatliche Raten ein solches System zu erwerben.

Die nächste Reise steht an. 100 weitere Solarlampen, die ersten kleinen Solar Home Systeme und die erste Solarwasserpumpe sind bereits nach Dakar geliefert. Alles Vorbestellungen. „Dadurch, dass wir eine machbare Finanzierung anbieten, mangelt es uns nicht an Kunden“, sagt Gabriele Schwarz. „Wir sind auf der Suche nach Social Investors. Wir müssen ja die Systeme zunächst einkaufen, nach Afrika transportieren und dort verzollen. Dafür brauchen wir Geld. Aber keine Spenden“, betont sie. Social Businesses arbeiten mit dem investierten Geld und geben es nach einer vereinbarten Zeit wieder an den Investor zurück. Transparente Geschäftsberichte, die aufzeigen, wie die Mittel verwendet werden und vor allem, welchen Impact das Investment hat, sind ein Muss.
„Wie schließen uns dem Traum von Professor Yunus an. Eines Tages wird es ein Museum für Armut geben und die Besucher werden sich fragen, wie so etwas nur möglich war“. Blickt man in die Augen der Drei von bonergie, sieht man, dass sie das ernst meinen.

Weitere Infos unter http://www.bonergie.com
 

 

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