Smarte Menschen, (c) Fotolia, khc

Die ursprünglichen Qi Gong Übungen der Shaolin Mönche gehen zurück auf den indischen Mönch und Krieger Bodhidharma. Er wurde 470 n.Chr. als Sohn des indischen Königs Sughanda geboren und war der 28. Nachfolger Buddhas. Bodhidharma gilt als Begründer des Chan-Buddhismus (besser bekannt als ZEN-Buddhismus).

In jungen Jahren verließ er sein Land und fuhr mit dem Schiff nach China, überquerte den Himalaya in die nördlichen Provinzen, wanderte zuerst nach Südchina und dann an den Kaiserhof der Liang-Dynastie. Anschließend ließ er sich 523 n. Chr. wieder im Norden in der Provinz Henan nieder. Hier befand sich auch das sagenumwobene Shaolin-Kloster, in dem er der Legende nach eine vom Mahayana-Buddhismus abgeleitete Philosophie der Selbstbetrachtung lehrte, den Chan-Buddhismus.

Es wird berichtet, dass Bodhidharma während einer neun Jahre andauernden Meditation in den Bergen nahe des Shaolin Klosters Übungen entwickelte, die später als das traditionelle Shaolin Qi Gong bekannt wurden. Diese Übungen, die Meditation und Körperübungen verbinden, dienten den Shaolin-Mönchen zum einen als Basis zur Entwicklung ihrer Kampfkünste (Shaolin Kung Fu). Zum anderen dienten die Übungen den Mönchen zur körperlichen Ertüchtigung als Ausgleich zu langem Sitzen während der Meditation. Bodhidharma kam während seiner Meditation zu der Auffassung, dass eine rein geistige Auseinandersetzung mit dem Leben nicht zur Erleuchtung führen könne, sondern das harmonische Zusammenspiel von Körper und Geist entscheidend für die Entwicklung sei.

Diese harmonische Einheit von Körper, Geist und Seele ist die Basis dafür, dass die Shaolin Mönche die Übungsformen des Kung Fu und Qi Gong auf das höchste Niveau entwickelt haben.

Im Shaolin Qi Gong unterscheidet man zwischen hartem und weichem Qi Gong. Während das harte Qi Gong zur Kampftechnik gehört, hat das weiche Qi Gong eher eine medizinische Wirkung (Erhaltung der Gesundheit, Förderung einer positiven Lebenseinstellung).