Systemisches Konsensieren - Methode zur Entscheidungsfindung und Konfliktlösung
Viele „Diskussionen“ auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen machen dem ursprünglichen Wortsinn alle Ehre. Das Lateinische „discutio“ bedeutet schließlich 1. zertrümmern, zerschlagen, vertreiben, erschüttern, 2. abschütteln, 3. (gerichtlich) prüfen, untersuchen, verhören). Und genauso ist es bei vielen Diskussionen - privat, beruflich und politisch. Mit der Absicht, die eigene Position zu stärken, entfernen sich die Parteien argumentativ immer mehr voneinander. Je länger der (Entscheidungs-)Prozess dauert, desto mehr sind die Beteiligten von Ihrer Position überzeugt und die Kluft zwischen den Lagern wird immer größer. Als kultivierte Demokraten schaffen wir es vielleicht, in Gruppen noch rechtzeitig eine Abstimmung nach dem Mehrheitsprinzip durchzuführen. Im Endeffekt gibt es aber Gewinner und Verlierer. Letztere müssen sich – zumindest vorübergehend – der Mehrheit beugen.
Beim Systemischen Konsensieren entsteht „systembedingt“ eine andere Dynamik. Sie führt zum größtmöglichen Konsens (lat. consentire = übereinstimmen). Dies geschieht dadurch, dass alle Beteiligten über alle Alternativen abstimmen. Hierbei vergeben sie in der Grundvariante der Methode Widerstandswerte von 0 bis 10. Die Zahl 0 bedeutet „ich bin dafür“, die Zahl 10 „ ich bin dagegen“. Die Zwischenwerte werden nach Gefühl gewählt. Wird der Entscheidungsprozess gut moderiert, setzen sich alle Teilnehmer mit dem Für und Wider der einzelnen Alternativen auseinander. In vielen Fällen ergibt sich dadurch schon eine Annäherung. Das Entscheidungsergebnis liefert nicht nur eine Entscheidung. Es wird auch transparent, um wieviel besser die favorisierte Alternative gegenüber den anderen ist. Ebenso kann man sehen, wie hoch der Anteil derer ist, die sich mit 9 oder 10 Punkten vehement gegen die Entscheidung aussprechen. Je nach Situation ist es dann sinnvoll, die Gründe für die Ablehnung noch einmal zu hinterfragen und gemeinsam zu erörtern, wie die Bedenken ausgeräumt werden können.
Fazit: Hier in der abstrakten Beschreibung klingt die Methode schwieriger als sie ist. Tatsächlich ist sie in der Grundvariante aber so einfach, dass sie auch schon im Kindergarten erfolgreich angewandt wurde. Je komplexer die Problemstellung und je mehr sich der Konflikt schon hoch geschaukelt hat, desto sinnvoller ist es, einen erfahrenen Moderator zu Rate zu ziehen.
Unter unseren Experten, finden Sie auch einige, die diese beherrschen und anwenden bzw. lehren (Experten - Konsensieren).




