Cradle to Cradle (C2C) – oder was haben die Firmen Puma, TRIGEMA und Grohe gemeinsam?

von | 24. Feb. 2020

Cradle to Cradle (C2C) – oder was haben die Firmen Puma, TRIGEMA und Grohe gemeinsam?

Grundidee

Puma, TRIGEMA und Grohe gehören zu den Vorreitern, wenn es um Produkte geht, die nach dem Cradle to Cradle®-Prinzip optimiert sind. Die Grundidee ist einfach: alle Produkte sollten so nachhaltig wie möglich sein. Im Idealfall werden die Produkte fair produziert und gehandelt, verbrauchen in der Herstellung möglichst wenig Wasser und ausschließlich erneuerbare Energie und lassen sich nach Gebrauch kompostieren bzw. einschmelzen. Es entstehen also keine Gifte oder Abfälle, sondern die Rohstoffe verbleiben als Ressource im Kreislauf. Die praktische Umsetzung ist allerdings nicht so einfach.

Praktische Beispiele

Puma hat bereits 2013 die sog. „InCycle-Kollektion“ vorgestellt. Die verwendeten Materialien werden einem biologischen bzw. einem technischen Zyklus zugeordnet. Die biologischen Stoffe können durch Mikroorganismen in biologische Nährstoffe aufgelöst werden und sind damit biologisch abbaubar. Materialien innerhalb des technischen Zyklus – darunter Metalle, Textilien und Kunststoffe – können zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden. (Quelle)

TRIGEMA möchte in Rahmen einer neuen Strategie hin zur gesunden und umweltfreundlichen Bekleidung. Diese soll aus 100% BIO-Baumwolle und nach Cradle to Cradle® optimiert sein. Auf der Internetseite zeigt der Hersteller den Kompostierprozess eines T-Shirts. (Link)

ADLER produziert bereits einige Farben und Lacke, die mit dem international gültigen Cradle to Cradle® Zertifikat ausgezeichnet wurden. (Link)

Avocadostore, ein Onlineshop für grüne Produkte, bietet u.a. Brotdosen aus Birkenrinde, Naturkosmetik, Spielzeug und Buntstifte. (Link)

C&A bietet eine ganze Reihe von T-Shirts, Sweatshirts und Hosen an, die den Cradle-to-Cradle-Kriterien genügen (Link,  Suche: cradle to cradle).

DESSO wurde im Jahr 2015 weltweit als erster Teppichfliesenhersteller mit einer C2C-Zertifizierung in Gold für eine neue Teppichfliesenkollektion ausgezeichnet. (Link)

Innovative Nutzungskonzepte: Ganz neue Nutzungskonzepte lassen sich für Gebrauchsgüter wie Autos oder Waschmaschinen entwickeln. So wäre es möglich, dass man nicht mehr die Waschmaschine kauft, sondern ein zeitlich beschränktes Nutzungsrecht, eine Art Miete. Damit böte sich die Chance, dass die Hersteller nur noch hochwertige und recycelbare Materialien verwenden. Denn nach Ablauf ihrer „Dienstzeit“ wären die Hersteller für die weitere Verwendung bzw. den Rückbau verantwortlich (weitere Infos, Link)

Historie und Hintergründe

Das Cradle to Cradle® Konzept wurde in den 1990ern von dem deutschen Chemieprofessor Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt. Ihr Institut EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) in Hamburg hat ein Zertifizierungssystem für Produkte und industrielle Prozesse entwickelt, die die Cradle to Cradle® Anforderungen erfüllen.

Das heißt, sie erfüllen folgende Kriterien:

  • Materialgesundheit,
  • Kreislauffähigkeit,
  • (Einsatz) Erneuerbare Energien,
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser sowie
  • Soziale Gerechtigkeit

Je nach Güte werden die fünf Grade vergeben: Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin. Das vergebene Siegel muss alle zwei Jahre erneuert werden.
Der „Cradle to Cradle – Wiege zur Wiege e.V.“ organisiert Kongresse, unterhält eine Akademie und ein C2C Lab (Link). Regionalgruppen bieten u.a. Starterseminare und Regionaltreffen an. (Link)

Vorläufiges Fazit

  • Es hat uns leider einige Mühe gekostet, hilfreiche Links zu Bezugsquellen zu finden. Bei Grohe und Puma z.B. haben wir keinen Hinweis gefunden, welche Produkte nach Cradle to Cradle® zertifiziert sind.
  • Bei den Produkten, die wir gefunden haben, ist es leider im Einzelfall nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar, weshalb welches Produkt, welchen Grad erreicht hat.
  • Eine Rückfrage beim örtlichen Abfallentsorger ergab:
    Auf Anhieb konnte uns nicht gesagt werden, wie wir mit kompostierbarer Kleidung verfahren sollen und ob wir diese beispielsweise in der Biotonne entsorgen dürfen.

Wenn Sie weitere Informationen haben, die diesen Artikel sinnvoll ergänzen können, sind wir Ihnen für Hinweise dankbar.

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